Ossendorfer Kirche wird saniert

Denkmalschutz: Ganz im alten Stil werden jetzt wieder von einer Fachfirma Schieferplatten aus dem Sauerland angebracht. Die Arbeiten sollen im September abgeschlossen sein

Ossendorf. Von oben nach unten, nach diesem Prinzip wird derzeit das Dach der Ossendorfer Kirche St. Johannes Enthauptung saniert. Im Jahr 2014 hatte ein Sachverständiger das Dach eingehend untersucht und Schäden von fehlenden und hängenden Schieferplatten erkannt. Ganz im alten Stil werden jetzt wieder von einer Fachfirma Schieferplatten aus dem Sauerland angebracht. Die Arbeiten sollen im September abgeschlossen sein, erklärt der Kirchenvorstand.

Immer wieder war es in der jüngsten Vergangenheit bei Reparaturarbeiten des Schieferdaches zu kleineren Folgeschäden gekommen, die sich summierten. Mit jeder Ausbesserung wurden durch Gerüstarbeiten und Betreten der Dachfläche weitere Platten in Mitleidenschaft gezogen. „Nach eingehender Überlegung hat der Vorstand des Pfarrgemeinderates dann entschieden, dass wir eine Komplettsanierung in Angriff nehmen“, erklärte Werner Andelefski, Vorsitzender des Gremiums. Unter dem Portaldach waren deutliche Spuren von regelmäßigem Wassereintritt zu sehen, daher mussten in diesen Bereichen auch die tragende Unterkonstruktion und die Schalung erneuert werden. Auch die sogenannten Kehlen aus Zinkblech waren beschädigt und trotz der provisorischen Reparatur mit Flüssigkunststoff nicht mehr dicht. Saniert werden jetzt das Hauptkirchenschiff, die Dachreiter und die Treppentürme.

Zunächst werden die Kegeltürme stilecht wieder mit Fredeburger Schiefer, einem schwarzen Tonschiefer, gedeckt. Gekonnt formen die erfahrenen Dachdecker Rouven Hillebrand und Alexander Stöhr aus den rechteckigen Platten Schieferschindeln, in die mit dem Schieferhammer zwei Löcher geschlagen werden. Mit Kupfernägeln werden die Platten dann überlappend an der Schalung befestigt, nachdem die Unterkonstruktion erneuert wurde.

Das Dach der Ossendorfer Kirche wurde zuletzt 1958 gedeckt. „Die Platten sind altersbedingt jetzt abgängig, immer wieder sind kleine Schieferstücke vom Dach gefallen. Mit der neuen Eindeckung haben wir wohl erneut 60 Jahre Ruhe“, erwartet der Kirchenvorstand. Die Arbeiten dauern insgesamt etwa drei Monate und sollen noch im September abgeschlossen sein, wenn alles planmäßig abläuft. Zusätzlicher Aufwand entstand jetzt durch die Aufbereitung eines 80 Zentimeter großen Kreuzes, das neu verzinkt und beschichtet wurde. „Unser Kostenbeitrag zur Sanierung ist mit 85.000 Euro beträchtlich, zumal wir auch schon der Vergangenheit viel investiert haben“, meinte Werner Andelefski. Das Turmdach ist 1999 neu eingedeckt worden, das Querhaus war 2003 an der Reihe. 2006 schließlich folgte eine umfangreiche Innensanierung. Dabei wurde die Kirche neu gestrichen, Bänke, Altar und Ambo wurden aufgearbeitet. Letztlich dienen alle jetzt anstehenden Maßnahmen dazu, diesen Innenbereich vor Folgeschäden zu schützen.

Die neuromanische Kirche von 1905 wurde von Dombaumeister Mündelein gebaut. Ossendorf mit einer Johanneskirche wird bereits 822 in den Traditiones Corbeiensis erwähnt. Die Pfarrei wird 1231 erstmals genannt. Zu ihr gehörten Nörde und das wüst gefallene Asseln. Von etwa 1621 bis 1671 wirkten in Ossendorf die Dominikaner aus Warburg, dann wieder Weltpriester. Die romanische Kirche wurde 1904 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Teile der Grundmauer wurden beim Turmbau genutzt, berichtet Andelefski.

2017 Neue Westfälische
17 – Warburg, Mittwoch 09. August 2017

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