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Neue Gäste in Haus Maria

Haus MariaDas ehemalige Kloster Haus Maria, das von 2011 bis Ende 2014 als spirituelles Zentrum der Maronitenmission Deutschland mehreren Patres der Kongregation libanesisch-maronitischer Missionare Wohnsitz und Ausgangspunkt ihrer seelsorgerischen Aktivitäten war, ist seit Anfang Januar 2015 Unterkunft und neue Heimat für asylsuchende Flüchtlinge. Da Haus Maria nach Anmietung durch die Stadt Warburg zuerst auf den technisch geforderten Stand hinsichtlich Strom- und Wasserversorgung sowie Brandschutz gebracht werden musste und des Weiteren Umbauarbeiten der sanitären Anlagen sowie im Bereich der Küche erforderlich waren, konnte zunächst nur einer der Flure belegt werden. Inzwischen sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und nach und nach wächst die Anzahl der in Haus Maria untergebrachten Asylbewerber, so dass derzeit 39 Personen dort wohnen. Die Flüchtlinge stammen aus so unterschiedlichen Ländern wie Bangladesh, Indien, Sri Lanka, Tibet, Armenien, dem Iran, dem Irak, Syrien und Eritrea, aber auch aus europäischen Ländern wie Serbien, Albanien und dem Kosovo. So verschieden wie die Nationalitäten sind auch die Religionszugehörgkeiten der Bewohner: neben katholischen und orthodoxen Christen bekennen sich die neuen Bewohner von Haus Maria zum sunnitischen bzw. schiitischen Islam, zum Hinduismus und zum Buddhismus.

Erfreulicherweise haben sich bereits eine große Anzahl an Freiwilligen gefunden, die die Flüchtlinge in vielen Belangen unterstützen. So erfolgen Begleitungen zum Sozialamt, zu Arztbesuchen oder auswärtig erforderlichen Untersuchungen bei Fachärzten, wo nicht nur Fahrdienste, sondern auch Unterstützung bei der Übersetzung der ärztlichen Diagnose notwendig ist. Viele Veranstaltungen wurden bereits gemeinsam mit den Flüchtlingen besucht; durch den engen persönlichen Kontakt lässt sich gut abschätzen, an welchen Veranstaltungen Interesse besteht, die gemeinsam wahrgenommen werden können. Viele der Flüchtlinge haben, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, gern die vorösterlichen „Frühschichten“ in Germete mit anschließendem Frühstück besucht; generell besteht ein großes Interesse an Besuchen der Heiligen Messe.

Ein großes Angebot an Sprachkursen konnte inzwischen durch die Unterstützung etlicher Freiwilliger aufgebaut werden. So finden derzeit sechs wöchentliche Sprachkurse durch ehrenamtlich Unterrichtende statt. Da die Flüchtlinge eine große Begeisterung für das Erlernen der deutschen Sprache zeigen, kann durch Organisation der Stadt Warburg seit Mitte April 2015 zusätzlich ein zunächst einmal wöchentlich stattfindender Deutschkurs durch Dozenten der Volkshochschule angeboten werden.

Um die Kommunikation unter den Flüchtlingen und mit Externen zu intensivieren, haben die Unterstützer des Hauses Maria einen „Offenen Treff“ eingerichtet, der jeden Samstag ab 12.30 Uhr im Speiseraum stattfindet. Hierzu sind alle eingeladen, die sich, auf welche Art und Weise auch immer, in die Arbeit mit den Flüchtlingen einbringen möchten. Anlässlich des offenen Treffs am Samstag bereitet jeweils eine Gruppe von Asylsuchenden ein landestypisches Mittagessen für alle Bewohner und Gäste zu, das gemeinsam verzehrt wird. Hierzu sind alle Interessierten herzlich willkommen!

Durch Spenden und Haushaltsauflösungen konnte ein kleiner Fundus an Alltagsgegenständen eingerichtet werden, die von neu ankommenden Flüchtlingen benötigt werden. Dies sind vorrangig Handtücher, Küchenutensilien wie Töpfe und Geschirr, Kleidung und Schuhe sowie Fahrräder, mit denen die Flüchtlinge in die Stadt fahren können. Weitere Sachspenden dieser Art können gern samstags nach vorheriger Absprache mit Jan Tillmann (jan-tillmann@gmx.de) oder Claudia Vorschütz (claudiavorschuetz@yahoo.de) im Haus Maria abgegeben werden. Vielen Dank dafür!

Die Organisatoren danken an dieser Stelle allen Unterstützern für ihre tatkräftige Hilfe. Ein besonderer Dank gilt dem Kindergarten „St. Michael“ Germete, der für Haus Maria ein farbenfrohes „Willkommensfenster“ gebastelt hat. Und nicht zuletzt geht ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter der Stadt Warburg, die sich weit über das übliche Maß hinaus für die Bewohner von Haus Maria engagieren und jederzeit ein offenes Ohr für Fragen und Anliegen haben. Die vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit mit der Stadt Warburg trägt erheblich dazu bei, dass in Haus Maria unter den Bewohnern ein positives Klima entstehen konnte und sich diese dort nach der zum Teil jahrelangen Flucht aus ihren Heimatländern wohlfühlen. Ein Zitat eines in Haus Maria wohnenden Flüchtlings: „Ich liebe Haus Maria!“.

12.04.2015, Claudia Vorschütz

 

Artikel für Pfarrbrief Pastoralverbund Warburg 05-2015

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