Narren planen einen „Karnevals-Schrumpfzug“

Selbst dem größten Karnevalisten vergeht beim Gedanken an die kommende Narren-Session das Lachen. Auch in Ossendorf mussten aufgrund der Corona-Pandemie alle Veranstaltungen rund um Rosenmontag in diesem Jahr abgesagt werden. Um sich aber ihr geliebtes Fest nicht komplett nehmen zu lassen, haben sich die Karnevalisten etwas einfallen lassen: Sie rufen alle Ossendorferinnen und Ossendorfer sowie die Karnevalsfreunde aus anderen Dörfern zur Wagenbau-Challenge auf und planen einen digitalen Karnevalsumzug im Mini-Format – einen sogenannten „Schrumpfzug“.

„Liebling, ich hab den Karnevalsumzug geschrumpft“: Präsident Ansgar Engemann ruft alle Närinnen und Narren auf, kleine Wagen zu basteln und Videos an die Nummer 0151 263 30 741 zu senden. „So möchten wir dann einen digitalen Umzug im Mini-Format erstellen. Das wird dann der erste Karnevalsumzug in Ossendorf seit mehr als 60 Jahren sein“, erklärt Narren-Präsident Engemann.


„Der Karneval ist in unserem Dorf neben dem Schützenfest der wichtigste Termin im Jahr, um miteinander ausgelassen zu feiern. Es schmerzt uns alle sehr, dass wir in diesem Jahr keine Gäste in unserer Heinberghalle begrüßen können“, sagt Ansgar Engemann, Präsident der Ossendorfer Karnevalisten. „Aber wir geben uns nicht geschlagen! Dieser kleine gemeine Virus kann uns vielleicht unsere Prunksitzung nehmen, aber der Karneval bleibt lebendig.“


Die Idee der Rot-Weissen: Sie veranstalten einen digitalen „Schrumpfzug“: Einen Miniatur-Umzug, an dem sich alle großen und kleinen Narren beteiligen können. „Jeder kann einen kleinen Umzugswagen basteln, etwa mit Playmobil, Lego oder anderen Materialien im Spielzeug-Format. Aber auch alles andere, was zu einem Karnevalsumzug gehört, ist erlaubt, wie zum Beispiel Kapellen, Fußgruppen oder Kutschen – aber eben alles im Spielzeugformat. Dann sollte sich alles in Bewegung setzen und davon ein kurzes, maximal zehn Sekunden langes Video gedreht werden. Wir schneiden nachher alles zusammen, unterlegen es mit Musik und veröffentlichen den Mini-Umzug in der Karnevalswoche im Internet“, erklärt Vorstandsmitglied Verena Thonemann.


Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. „Das Motto und das Design der Wagen und Beiträge können frei gewählt werden, wir sind für alle originellen Ideen dankbar. Unter allen Einsendungen verlosen wir dann Verzehr-Gutscheine für unsere Prunksitzung 2022. Auch Kinder können sich natürlich sehr gerne beteiligen. Für sie verlosen wir dann Gutscheine für den Kinderkarneval“, sagt Präsident Engemann. „Wir bitten aber alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich auch beim Bau der kleinen Wagen an die geltenden Kontaktbeschränkungen zu halten.“


Auf der Internetseite www.karneval-ossendorf.de sowie auf Facebook und Instagram haben die Narren ein Beispiel-Video veröffentlicht und weitere Infos gegeben, worauf zu achten ist. „Wichtig ist, dass die Wagen von rechts nach links durch das Bild rollen, damit wir auch einen schönen Umzug hinbekommen. Das Ganze kann einfach mit dem Handy gefilmt und über Whatsapp bis zum 7. Februar an die Nummer 0151 263 30 741 gesendet werden“, sagt Wilhelm Engemann, Kassierer der Karnevalsgesellschaft.

Erster wanderbarer Adventskalender in Ossendorf

Diese Aktion hat vielen Menschen eine besonders schöne Adventszeit beschert: Seit dem 1. Dezember hat an jedem Tag eine Ossendorfer Familie eines ihrer Fenster oder gleich den ganzen Vorgarten mit der jeweiligen Tageszahl festlich geschmückt. Den krönenden Abschluss fand der „wanderbare“ Adventskalender am 24. Dezember in der Ossendorfer Pfarrkirche – wenngleich aufgrund der Corona-Pandemie auch hier auf die geltenden Schutzmaßnahmen geachtet werden musste.
Die Freude bei Initiatorin Marie-Theres Schauerte war riesig: „Wir sind von der Aktion absolut begeistert, die vielen tollen Rückmeldungen waren wirklich wunderbar“. Der erste „wanderbare“ Ossendorfer Adventskalender sei in der Gemeinde super angekommen. „Besonders für die Kinder war es ein ganz besonderes Highlight, jeden Abend die vielen hell erleuchteten Häuser und die tollen Mottos der Teilnehmer zu sehen“, sagte die 33-Jährige Mutter eines Sohnes.
Das Konzept: Jeden Tag im Advent erstrahlte die jeweilige Zahl des Kalenders in einem besonders festlich dekorierten Fenster eines Wohnhauses oder im dazugehörigen Vorgarten, sodass es gut von der Straße oder dem Gehweg aus für Fußgänger zu sehen war. Wer mochte, stellte für die großen und kleinen Vorbeiwandernden Süßigkeiten und andere Präsente bereit.
Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und einige Teilnehmenden dekorierten sogar nach einem besonderen Motto. So grüßte zum Beispiel am 7. Dezember das amtierende Ossendorfer Königspaar Johannes und Christina Laudage mit den dazugehörigen sieben Zwergen und einem Vorgarten im Märchen-Stil. Natürlich durfte auch der garstig-grüne Grinch nicht fehlen, den Anke und Matthias Engemann in der Menner Straße stimmungs- und vor allem liebevoll in Szene setzten.
Doch nicht nur Familien machten mit. Auch die Kinder der Kita Heinturmwichtel und die Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr beteiligten sich mit Feuereifer an dem Adventskalender.
Alle Stationen hatte Marie-Theres Schauerte pünktlich zum Beginn der Adventszeit auf einer Dorfkarte verzeichnet und im Schaukasten der Gemeinde ausgehängt, sowie über Facebook, Instagram und die Ossendorfer Homepage veröffentlicht. Die Zahlen waren so verteilt, dass sich ein Rundwanderweg ergab, den viele Ossendorferinnen und Ossendorfer sehr gerne für einen abendlichen Spaziergang nutzten. Zudem waren die Zahlen auch als Route bei Google Maps verfügbar, sodass man sich auch einfach und bequem vom Smartphone lotsen lassen konnte.

„Wir danken den vielen Teilnehmenden wirklich von Herzen. Ihre Ideen waren großartig. Jeder Tag war etwas Besonderes“, sagt Marie-Theres Schauerte, die im Ossendorfer Lehmweg eine Praxis für Hundephysiotherapie hat.
Viel Lob gab es auch von Ossendorfs Bezirksverwaltungsstellenleiter Walter Güntermann. „Damit haben die Menschen im Dorf einmal mehr gezeigt, dass sie auch in diesem schweren Jahr zusammenstehen.“

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